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OPC-Liner

OPC-Story

1997 – Ein Name für die schnellen Opel

Ende der Neunziger bringt Opel zwei Dinge unter ein Dach: den Motorsport und die sportlichen Serienautos. 1997 entsteht dafür in Rüsselsheim das Opel Performance Center, kurz OPC, als eigene GmbH und Tochter der Adam Opel AG. Die Truppe plant und koordiniert die Rennaktivitäten der Marke in Europa und schärft außerdem Serienmodelle nach, die ganz normal beim Opel-Händler stehen. Mitgründer und Geschäftsführer ist Volker Strycek, früher selbst DTM-Meister, der OPC über viele Jahre leiten wird. Bis das erste Straßenauto mit dem neuen Kürzel kommt, vergehen noch zwei Jahre. Von da an steht OPC am Heck für Rennstrecken-Know-how im Alltagsauto.

Kennzahlen:

  • 1997
  • Rüsselsheim

1999 – Der Astra G macht den Anfang

Das erste OPC-Auto ist der Astra G. Der Astra G war 1998 auf den Markt gekommen, ein Jahr später steht der Astra OPC 1 bereit. Aus dem 2,0-Liter-Ecotec-Sauger werden 160 PS statt zuvor 136, dazu kommen ein sportlicheres Fahrwerk und kräftigere Bremsen. Geplant waren zunächst 2.500 Stück, und diese Zahl hatte einen Grund: So viele Exemplare brauchte Opel, um den Sport-Astra für den Motorsport homologieren zu lassen. Am Ende wurden es 3.000, und die waren innerhalb von vier Monaten verkauft. Damit hatte OPC gleich im ersten Anlauf bewiesen, dass es für ein ehrliches Sportmodell mit Rennsport-Herkunft eine treue Kundschaft gab, und der Name bekam bei den Fans sofort Substanz.

Kennzahlen:

  • 160 PS
  • 3.000 Stück
  • 1999

2000 – Opel kehrt in die DTM zurück

Im Jahr 2000 startet die DTM neu, und Opel ist von Anfang an dabei. Der Astra V8 Coupé ist ein reinrassiger Rennwagen mit Rohrrahmen und einem Vierliter-V8, den Spiess für den Rennsport herrichtet, optisch aber ein Astra Coupé. Eingesetzt wird er unter anderem von den Teams Phoenix und Holzer. Schon im ersten Jahr fährt Opel auf Augenhöhe mit Mercedes. Weil am Lausitzring beide Läufe wegen Starkregens ausfallen, bleiben 16 Rennen, und Opel und Mercedes gewinnen je acht davon. Vier dieser Opel-Siege gehen auf das Konto von Manuel Reuter, der hinter Bernd Schneider im AMG-Mercedes Vizemeister wird. Es bleibt das beste Jahr dieses Autos, denn so konkurrenzfähig wie 2000 ist der Astra nie wieder.

Kennzahlen:

  • 8 Siege in 16 Rennen
  • Reuter Platz 2
  • 4,0-Liter-V8

2001 – Astra OPC X-treme: der V8 für die Straße

Auf dem Genfer Autosalon im März 2001 stellt OPC eine Studie hin, die jeden Fan träumen lässt: den Astra OPC X-treme. Sie baut nicht auf dem Serien-Coupé auf, sondern auf Fahrgestell und Antrieb des DTM-Rennwagens von 2000. Vorn sitzt der Vierliter-V8, der die Hinterräder antreibt, im Datenblatt stehen 444 PS und 530 Newtonmeter. Nach der Premiere gehen Blindbestellungen ein, Opel denkt über eine kleine Handserie nach, und der Preis wäre siebenstellig in D-Mark gewesen. Im September steht der X-treme noch einmal auf der IAA in Frankfurt. Gebaut wurde am Ende genau ein Exemplar.

Kennzahlen:

  • 444 PS
  • 530 Nm
  • 1 Exemplar

2002 – Turbo für die Straße, Durststrecke im Rennsport

Auf der Straße geht es voran: Der Astra G OPC bekommt 2002 einen Turbo und leistet nun 200 PS. Schon 2001 war der Zafira OPC mit 192 PS gestartet. Im Rennsport sieht es anders aus. 2001 gewinnt Opel in der DTM kein einziges Rennen und schafft nicht einmal einen Podestplatz, Reuter rutscht auf Rang neun der Gesamtwertung ab. Auch 2002 bleibt die Bilanz mager. Der Astra V8 hatte seine große Zeit in der DTM hinter sich, doch ein anderer Schauplatz sollte ihn noch berühmt machen.

Kennzahlen:

  • 200 PS
  • 2002

2003 – Gesamtsieg auf der Nordschleife

Beim 24-Stunden-Rennen am Nürburgring 2003 setzt Opel einen DTM-Astra ein, der für die Langstrecke umgebaut wurde. Im Siegerwagen wechseln sich Manuel Reuter, Timo Scheider, Marcel Tiemann und Volker Strycek ab. Dahinter wurde der Abt-Audi TT-R Zweiter. Strycek, der Mann, der OPC aufgebaut hatte, saß also selbst im Auto, das den Gesamtsieg holte, und das mit einem Rennwagen, der eigentlich für die DTM entstanden war.

Kennzahlen:

  • 24 Stunden
  • 4 Fahrer
  • 2003

2005 – Der Ring wird Heimstrecke

Je mehr der Rennsport zurückgeht, desto wichtiger wird der Nürburgring für die Serienautos. Opel nennt ihn die Heimstrecke und stimmt dort nach eigenen Angaben seine OPC-Modelle ab. Direkt an der Strecke betreibt die Marke zudem ein eigenes Testzentrum, in dem die OPC-Varianten erprobt werden. 2005 bringt der Astra H OPC 240 PS auf die Straße. Mit Manuel Reuter am Steuer umrundet er die Nordschleife in 8:35,94 Minuten, eine Bestzeit für seine Fahrzeugklasse. Im selben Jahr endet Opels Werkseinsatz in der DTM mit der Saison 2005. In den Folgejahren kommen Meriva, Corsa und Insignia als OPC dazu.

Kennzahlen:

  • 240 PS
  • 8:35,94 min
  • 2005

2012 – Astra J OPC: 280 PS

Der Astra J OPC von 2012 ist der stärkste Serien-Astra, den OPC je gebaut hat. Sein 2,0-Liter-Turbo leistet 280 PS und 400 Newtonmeter, entwickelt haben ihn die OPC-Leute um Volker Strycek. Für die VLN-Saison 2013 legt Opel obendrein einen Astra OPC Cup auf, der Rennwagen kommt auf 300 PS. Mit dem Astra J endet zugleich die Reihe: Nach drei Generationen Astra OPC bekommt der Nachfolger Astra K keine OPC-Version mehr. Hier schließt sich der Bogen vom ersten Astra OPC zum letzten.

Kennzahlen:

  • 280 PS
  • 400 Nm
  • 2012

2022 – Das Kürzel verschwindet

Als 2022 die Produktion des Insignia ausläuft, endet auch die Sportmarke OPC. Im September 2022 melden Fachmedien, dass Opel den Namen streicht. Die sportliche Rolle übernimmt das Kürzel GSe, das Opel dabei als Grand Sport electric ausbuchstabiert, gedacht für elektrifizierte, auf Fahrspaß abgestimmte Modelle. Damit schließt sich ein weiterer Kreis: Die drei Buchstaben kannte man schon vom Commodore GS/E und vom Monza GSE, damals standen sie für Grand Sport Einspritzung. Bis zum Ende dieser Linie bleibt die Verbindung aus Rennsport und Alltagsauto das, was OPC ausmachte.

Kennzahlen:

  • 2022
  • GSe = Grand Sport electric

Quellen

Danke, Volker.